Christian Godard 24. März 1932 – 6. November 2024
Im Verlauf seiner sieben Jahrzehnte währenden Karriere veröffentlichte Christian Godard mehr als 200 Comic-Alben. Darüber hinaus verfasste der in Paris geborene Künstler noch zahlreiche Romane und Theaterstücke. Seine ersten beruflichen Schritte unternahm der als Autor und Zeichner gleichermaßen talentierte Godard im Jahr 1954, als er begann, für diverse Jugendzeitschriften zu arbeiten. In der ersten Ausgabe des Magazins Pilote war er als Zeichner mit der Serie Jacquot le mousse vertreten, die er nach Szenarios von René Goscinny anfertigte. In Pilote erschien im Dezember 1963 auch die Auftaktepisode der Serie Norbert und Kari, die deutsche Leser durch die von Bastei mit dem treffenden Untertitel »Comics der Spitzenklasse« herausgegebene Reihe Topix kennen. Einen weiteren Höhepunkt im Schaffen Godards stellt die ab Dezember 1967 im belgischen Magazin Tintin erschienene Erfolgsserie Martin Milan dar, in der die humorvollen Abenteuer des titelgebenden Piloten eines Taxiflugzeugs erzählt werden.
Seit 1969 schrieb Christian Godard, der im Jahr 1974 auf dem ersten Internationalen Comic-Festival in Angoulême den Preis für den besten französischen Szenaristen erhielt, eine Vielzahl von Szenarios für andere Zeichner, unter anderem für die Funny-Serien Mausi und Paul (mit Mitteï), Der verrückte Dschungel (mit Mic Delinx), Danny (mit Albert Blesteau) oder den Noir-Thriller Oki (mit Erik Juszezak). Gemeinsam mit dem 1927 in Barcelona geborenen Julio Ribera schuf Godard das Science-Fiction-Epos Der Vagabund der Unendlichkeit, das 1975 auf den Seiten des Magazins Circus sein Debüt feierte. Diese mittlerweile zum Science-Fiction-Klassiker gereifte Serie besticht durch Godards überbordende Fabulierkunst und Riberas spektakuläres Artwork. Für die zweite Episode »Im Reich der schwarzen Sonnen« wurden die beiden Künstler 1976 auf dem Internationalen Comic-Festival in Angoulême zu Recht mit dem Preis für das beste Album ausgezeichnet.
Im Jahr 1988 gründeten Godard und Ribera ihren eigenen Verlag Vaisseau d’Argent. Neben ihrer Weltraumoper veröffentlichten sie dort auch Werke anderer Autoren und Zeichner. Aufgrund von Arbeitsüberlastung und finanziellen Problemen musste Vaisseau d’Argent nach nur drei Jahren jedoch die Pforten wieder schließen. Gemeinsam mit Julio Ribera schuf Christian Godard weitere Serien, darunter die frivol angehauchte Reihe Die Wichte und die aus zwei Bänden bestehende erotische Geschichte Der große Mangel.
Aus der Vielzahl an Kooperationen sei an dieser Stelle noch Godards Zusammenarbeit mit Derib erwähnt, mit dem er eine Reihe von realistischen Wersterngeschichten schuf, die in dem Album Der Mann, der an Kalifornien glaubte gebündelt erschienen.
Nachdem er in den 1990er-Jahren im Wesentlichen als Autor tätig gewesen war, arbeitete Christian Godard ab den 2000er-Jahren unter anderem für die überaus unterhaltsame Ratgeberreihe Les Guides en BD von Vents d’Ouest sowohl als Zeichner als auch als Szenarist und profilierte sich mit dem Krimi Le Fils du notaire und dem Jugendbuch La Cabane als Romanautor.
Bis zuletzt arbeitete Christian Godard mit großer Hingabe an verschiedenen Projekten, darunter auch die Veröffentlichung der Integral-Ausgabe von Der Vagabund der Unendlichkeit bei Kult Comics, die der sympathische Künstler mit Rat und Tat unterstützte.
Veröffentlichungen bei Kult Comics: Der Vagabund der Unendlichkeit